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Mit den Störchen in den Süden

Mit den Störchen in den Süden fliegen

Mit den Störchen in den Süden fliegen – das wäre es doch. In diesen Genuss kamen heute einige Segelflieger des LSV Grenzland e.V. Die Segelflieger vom Niederrhein durften heute über Grefrath mit 15 Störchen gemeinsam ‚kurbeln‘ (Flieger sagen kurbeln, wenn sie gemeinsam kreisend in warmer Luft steigen). Die Störche waren um ca. 15:50 – 16:10 über Grefrath in 900 – 1000m Höhe. 2-3 Segelflugzeuge vom Niershorst flogen darunter in ca. 600-700 m. Nach einigen Minuten moderaten Steigens sind sie Störche zur nächsten Wolke Richtung Dülken (Kurs Süd-Süd-West) weitergeflogen (ca. 16:15). Und von da vermutlich weiter gen Spanien und Afrika („unsere Störche“ in der Region sind Westzieher).

Beim Flug in den Süden wenden Störche dieselbe Taktik an, wie die Segelflieger (natürlich umgekehrt – die Störche sind zuerst „drauf gekommen“). Sie fliegen von Aufwind zu Aufwind. An Tagen mit guter Thermik sind solche Aufwinde immer durch Schäfchenwolken (Cumuli) markiert.

Für uns Flieger sind solche Begegnungen immer sehr schönes Erlebnisse mit ganz besonderen Bildern. Leider hatte ich nur ein Handy dabei und konnte nicht ‚heranzoomen‘. Die Bilder sind entsprechend grobkörnig. Hoffe man kann überhaupt etwas erkennen.

Mit den Störchen in den Süden fliegen

Die „gefiederten“ Kameraden auf dem Weg nach Spanien

Greifvögel und Zugvögel kreisen oft gemeinsam mit Segelfliegern in der Thermik, um Höhe zu gewinnen. In der Nähe von Segelflugplätzen ist es oft zu beobachten, daß Greifvögel gezielt in die Thermik zu einem (vorher alleine) kreisenden Segelflugzeug mit einsteigen. Offenbar haben sie gelernt, dass zwischen uns und ihnen eine gewisse Interessensgleichheit besteht. Nicht alle Zug- und Raubvögel sind Thermikflieger – aber die im Moment im Zug befindlichen Störche und die bald auch ziehenden Kraniche tun das. Da diese großen Tiere in aller Regel keine „fliegenden“ Feinde haben, fürchten sie die Begegnungen mit den lautlosen menschlichen Mitfliegern auch nicht. So kommt es bisweilen zu sehr nahen Begegnungen in der Luft. Insbesondere Greifvögel scheinen äußerst neugierig zu sein und nähern sich unseren Maschinen beim gemeinsamen Kreisen gelegentlich bis auf wenige Meter. Bei diesen luftigen Begegnungen kommt es nur in extremen Ausnahmefällen zu gefährlichen Situationen oder gar Kollisionen – offenbar weil Segelflugzeuge und die kreisenden Vögel mit etwa derselben Winkelgeschindigkeit fliegen (wir 80km/h-100km/h – da die Vögel kleinere Kreisradien fliegen können, als wir, können sie sich mit 40km/h-80km/h begnügen).

Der LSV Grenzland e.V. und der Nabu Grefrath haben in Sachen Zug- und Greifvögel schon mehrfach gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt, die Einblicke gegeben haben in diese wunderbare Art der Begegnung von Mensch und Tier.

Autor:

Ich bin gegenwärtig Geschäftsführer und einer von ca. 25 Fluglehrern im LSV Grenzland e.V. Wenn ich nicht an der Webseite rumfummle, versuch ich möglichst oft, im Segelflugzeug zu sitzen. Nur im Winter, wenn der Segelflug am Niederrhein ruht, zieht es mich auch in Motorflugzeuge. Alles in allem hab ich so 1.100 Flugstunden und ca. 1.700 Starts auf dem Buckel.

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