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Segelkunstflug

Segelkunstflug ist Kunst. Mit einem Segelflugzeug nicht nur geradeaus und in Kurven zu fliegen, sondern in Loopings, auf dem Rücken, senkrecht nach oben oder nach unten, ist eine Kunst. Und es macht süchtig. Meist kann man unsere Kunstflieger gegen Abend am Himmel über Grefrath turnen sehen. Dann ist die Thermik nicht mehr stark oder gar eingeschlafen. Das hilft beim sauberen Fliegen der teils verwirrenden Figuren.

Segelkunstflug lernen

Für die Lizenz zum Segelkunstflug wird zunächst vorausgesetzt, dass der Bewerber einen gültigen Luftfahrerschein besitzt, das Flugzeug in allen normalen Fluglagen sicher beherrscht und mit einem sehr guten Übungsstand in den Lehrgang startet. Die Kunstflugausbildung beginnt mit einer theoretischen Schulung u.a. in den Fächern Technik, Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen. In der praktischen Ausbildung werden Rückenflug, Trudeln, alle Grundfiguren und einfache Kombinationsfiguren eingeübt: Looping, hochgezogene Rollenkehre, Aufschwung, Turns und Rollen nach links und nach rechts. Das Prüfungsprogramm wird zunächst gemeinsam mit dem Kunstfluglehrer eingeübt, schließlich im Alleinflug geübt und anschließend in einer praktischen Prüfung gezeigt. Erst wenn die Prüfung bescheinigt und von der Luftfahrtbehörde in die Pilotenlizenz eingetragen ist, darf ein Segelflieger selbständig, d.h. ohne Aufsicht eines Kunstfluglehrers, Kunstflug ausüben.Für den fortgeschrittenen Wettbewerbskunstflug sind über die Prüfungsfiguren hinaus Hunderte von Kombinationen möglich. Sie sind in einem internationalen Regelwerk festgeschrieben und werden von Schiedsrichtern bewertet. Das funktioniert so ähnlich wie beim Eiskunstlauf. Das Produkt aus Schwierigkeitsgrad der Figur und Qualität der Ausführung ergibt jeweils eine Note. Die Summe der Figuren-Noten ergibt die Gesamtpunktzahl eines Wettbewerbsfluges.

Kunstflug ohne Motor – geht das überhaupt?

Ein kunstflug-geeignetes Segelflugzeug hat keinen Motor. Nein, es hat wirklich keinen Motor, und doch kann es Loopings fliegen, senkrecht nach oben fliegen (nun ja, zumindest für eine kurze Zeit) und viele unterschiedliche Bewegungen im dreidimensionalen Raum vollführen. Wie geht das? Woher kommt die Energie, die es antreibt? Das ist in der Tat eines der größten Probleme beim Segelkunstflug. Energie steht nur in begrenzter Menge zur Verfügung. Meist nur für fünf Minuten – abhängig von der Anfangshöhe. Energie muss dem Segelflugzeug schon vorher zugeführt worden sein, in Form von Flughöhe. Letztlich kommt die Energie aus dem Sprit der Schleppmaschine oder aus der Sonnenenergie, die einen thermischen Aufwind erzeugt.Hat man auf diese Weise z.B. 1000 Meter Höhe erreicht, so könnte man diese Höhe verwenden, um mehr als 30 Kilometer geradeaus zu fliegen. Man könnte aber auch die Nase des Flugzeugs nach unten drücken, bis man 200 km/h schnell ist, und mit diesem Schwung alle erdenklichen Figuren im dreidimensionalen Raum fliegen.

Zum Beispiel auch senkrecht nach oben bis zum völligen Stillstand. Wie zu erwarten ist, gibt es irgendwann einen Moment, wo die Schwerkraft das Flugzeug auch wieder nach unten befördert. Beim Erreichen der Sicherheitsmindesthöhe wird der Kunstflug beendet. Der Pilot landet das Segelflugzeug oder steigt erneut in der Thermik.

Für Kunstflug geeignete Segelflugzeuge

Segelflugzeuge besitzen große Festigkeitsreserven. Die meisten modernen Segelflugzeuge sind für einige wenige Kunstflugfiguren zugelassen. Doch nur wenige Segelflugzeugtypen sind für Kunstflug tatsächlich geeignet. Der LSV Grenzland besitzt einen Schulungsdoppelsitzer ASK 21. Er ist gutmütig, stabil und ideal für die Anfängerausbildung. Für den fortgeschrittenen Streckensegelflug und für geübte Kunstflug-Piloten wird voraussichtlich demnächst ein Doppelsitzer DG 1000/18m zur Verfügung stehen. Er ermöglicht zwei weitere Figuren und eine etwas „schönere“ Ausführung des Kunstflugs.

Für Lehrgänge und Wettbewerbe stellt der Aero-Club-Landesverband NRW auf Anfrage einen Hochleistungs-Kunstflugdoppelsitzer vom Typ MDM-1 (genannt „Fox“) zur Verfügung. Der Fox ist schnell, wendig und für alle Kunstflugfiguren zugelassen.


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