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Wellen

Hier am Niederrhein gibt es keine Hänge und deswegen nutzen die Segelflieger auch primär die Thermik als Aufwindquelle. In Gegenden, die bergig sind, gibt es aber einerseits Hangwind als Aufwindquelle. Andererseits entstehen dort auch Wellen.

Wenn Luft mehr oder weniger senkrecht auf einen Hang trifft, muss sie nach oben ausweichen.

„Der Wind weht nicht durch den Felsen“
Weisheit von Klaus Holighaus
erfolgreicher Segelflieger und Chef von Schempp-Hirth † 9.8.1994

Damit entsteht luvseitig zunächst mal ein Aufwind, den die Segelflieger im sogenannten Hangflug nutzen können. Wenn die Luftmasse in einer bestimmten Weise geschichtet ist, der Wind nach oben hin in seiner Stärke zunimmt und noch ein paar andere Faktoren zusammenkommen, dann entsteht leeseitig eine Welle. Die Luft schwingt. Jeder, der schonmal in München die Surfer im Eisbach gesehen hat, hat eine solche Welle – allerdings im Wasser – gesehen. Wellen sind oft sehr hochreichend – bis an den Rand der Stratosphäre. Und sie erzeugen häufig äußerst heftige Aufwinde.

Am 9.2.2015 hat der Deutsche Wetterdienst ein wunderschönes Satelliten-Foto geschossen, das im gesamten nördlichen Mittelgebirgsraum solche Wellen zeigt, die physikalisch korrekt „Schwerewellen“ heissen:

 

Im aufsteigenden Ast solcher Wellen können Segelflugzeuge bis an den Beginn der Stratosphäre steigen. Warm eingepackt, viel Sauerstoff und Verpflegung an Bord – und ganz wichtig: kooperative Fluglotsen – kann man dann mit einem kleinen, fragil aussehenden Segelflugzeug in Höhen vordringen, die sonst nur Verkehrsflugzeugen vorbehalten sind.

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Wellen auch am Niederrhein

Aber auch am Niederrhein treten gelegentlich Wellen auf: Bei südlichen Windrichtungen treten sie im Lee der Eifel auf. Wichtig ist, dass die Luft „stabil geschichtet“ ist. Das ist immer dann der Fall, wenn der Wettermann im Radio von „Inversionswetterlage“ spricht – tendenziell also eher in den Wintermonaten.

In diesem Fall beobachtet man häufig ein „blaues Loch“, das vom Nordrand der Eifel bis etwa Erkelenz reicht – manchmal sogar bis an die südlichen Stadteile von Mönchengladbach. In diesem blauen Loch finden sich meist (aber nicht immer) „Wolkenwürste“, die sich in etwa parallel zur Eifelkante (mehr oder wenige West-Ost) ausrichten. Und darüber manchmal in großer Höhe die linsenförmigen Wellenwolken (Lenticularis). Solche Wolkenwürste, die sich in den Wellenkämmen bilden, kann man auf dem Bild oben gut in den rot umrandeten Bereichen erkennen (sehr ausgeprägt im Lee des Erzgebirges).

Bei kräftigen westlichen Winden bildet sich manchmal kleinräumig eine Welle im Lee der Süchtelner Höhen. In Süchteln ist das Wetter dann meist etwas besser (blauer), als in Dülken. Die erste Welle steht über dem Hang und die zweite Welle (die erste „Nachschwingung“) etwa in Höhe der Bundesstrasse von Grefrath nach Süchteln. Zwischen dem Krankenhaus in Süchteln und den Windrädern bei Grefrath finden Segelflugzeuge dann schwaches Steigen.

Autor:

Ich bin gegenwärtig Geschäftsführer und einer von ca. 25 Fluglehrern im LSV Grenzland e.V. Wenn ich nicht an der Webseite rumfummle, versuch ich möglichst oft, im Segelflugzeug zu sitzen. Nur im Winter, wenn der Segelflug am Niederrhein ruht, zieht es mich auch in Motorflugzeuge. Alles in allem hab ich so 1.000 Flugstunden und ca. 1.300 Starts auf dem Buckel.

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